Bühnentechnik

Bühnenbau

Eine (Publikums-)Bühne oder in speziellen Fällen auch Podium genannt ist ein meist öffentlicher Raum vor einem Publikum, auf dem Darbietungen und Veranstaltungen verschiedener Art stattfinden können. Dabei ist die Bühne in der Regel ein Bauwerk, das höher als der Zuschauerraum liegt. Allerdings ist dies nicht unbedingt notwendig, da es oft auch ebenerdige Bühnen gibt. Allgemein kann eine Bühne daher auch ein größerer freier Raum vor einem Zuschauerraum sein.

Moderne Bühnen in Veranstaltungsstätten müssen immer öfter sich scheinbar widersprechende Anforderungen erfüllen: Einerseits ist der Perfektions- und Erlebnisanspruch des Publikums in den letzten Jahren aufgrund der technologischen Entwicklung stark gestiegen.

Andererseits ist gerade die Fähigkeit, Räume für die unterschiedlichsten Events zu nutzen, eine wirtschaftliche Basis für die Art von Unabhängigkeit, welche es erst ermöglicht neue Schritte zu gehen. Ein starkes Imagepotential und steigende Vermarktungsmöglichkeiten sind auch hier ein Schlüssel zum Erfolg Ihrer Bühne.

Unterkonstruktionen

Im Bereich der Bühnenpodeste unterscheidet man im Allgemeinen vier Gruppen von Podesten, die sich im Wesentlichen durch Ihre Fußkonstruktion und ihr bevorzugtes Einsatzgebiet unterscheiden.

Als Steckfußpodest bezeichnet man ein Bühnenpodest, das durch Auswechseln der Steckbeine, die werkzeuglos in die unterseitig angebrachten Eckaufnahmen eingebracht werden, in der Höhe variiert werden kann. Für die Podeste stehen hier Steckbeine in fixen Höhen mit verschiedenen Profilquerschnitten oder stufenlos höhenverstellbare Teleskopbeine mit unterschiedlichen Verstellbereichen zur Auswahl. Das ermöglicht den Einsatz als Bühne in einer fixen Höhe oder als Stufenaufbau in gewünschter Steigung, wobei auch ein unebener Untergrund, Absätze oder Gefälle kein Problem für die Podeste darstellen.

Ausgestattet mit den unterschiedlichen Deckplatten wie Tischlerplatte, Multiplexplatte, wetterfester Siebdruckplatte, Leichtgewichtplatte oder Acrylglas und Bodenbelägen wie Parkett, Laminat, Teppich, Linoleum oder Kunststoff werden die Podeste allen Anforderungen gerecht. (Oberflächen)

Das Scherenpodest verfügt über eine unterseitige, manuell ausklappbare Scherenkonstruktion in verschiedenen Konstruktionsformen. Unterschieden wird hier nach der sogenannten X-Schere (8 Standfüße) und der Y-Schere (4 Standfüße) und dem Material der Scherenkonstruktion (stranggepresstes Aluminiumprofil oder Baustahl).

Alle Scherenpodeste erlauben einen Aufbau innerhalb des vorgegebenen Rasters (modellabhängig) in 2 verschiedenen Steigungen (20 cm und 16 2/3 cm), wobei auch Sonderhöhen der Bühnenpodeste zu realisieren sind. Ihren Einsatzbereich finden die Podeste hauptsächlich im Innenbereich und werden vorzugsweise dort verwandt, wo in relativ kurzen Abständen die unterschiedlichen Höhen der Bühne zur Verfügung stehen sollen.

Ausgestattet mit den unterschiedlichen Deckplatten wie Tischlerplatte, Multiplexplatte, wetterfester Siebdruckplatte, Leichtgewichtplatte oder Acrylglas und Bodenbelägen wie Parkett, Laminat, Teppich, Linoleum oder Kunststoff, werden Podeste allen Anforderungen gerecht.

Als Saalbodenverstellung bzw. Stationäranlage bezeichnet man mobile Scherenpodeste, die unter Bodenniveau auf dem Untergrund verschraubt werden.

Komplett aus Aluminium gefertigt und mit einem von oben verstellbaren Verriegelungsmechanismus sowie entsprechender Hubunterstützung ausgestattet, bilden die Podeste eine manuell verfahrbare Saalbodenver-stellung (Airstage).

Im Handumdrehen sind die Bühnenpodeste in gewünschter Höhe als Bühne oder als Abstufung auf– und abgebaut. In der Nullstellung ruhen die Podeste bündig zum Hallenniveau als ebene Fläche. Ausgestattet mit optionalen Bodenbelägen (z. B. Parkett, Linoleum, Fliesen etc.) sind die Bühnenpodeste nahezu unsichtbar.
Bei einer geringen Einbautiefe von lediglich 180-200 mm (abhängig vom Bodenbelag) bieten diese Podest- anlagen den Vorteil, dass zeit- und personalaufwändige Umbauten sich auf ein Minimum reduzieren lassen, wobei Transport und externe Lagerung der Anlage komplett entfallen.

Ausgestattet mit den unterschiedlichen Deckplatten wie Tischlerplatte oder Multiplexplatte mit den unterschiedlichsten Bodenbelägen wie Parkett, Laminat, Teppich, Linoleum, Kunststoff, Stein- oder Fliesenbelag lassen sich die Podeste optimal an den vorhandenen Hallenboden anpassen.

Das Motorpodest ist die motorisch betriebene Weiterentwicklung des Scherenpodestes.

Unter Bodenniveau in einer Grube von 180-200 mm (abhängig vom Bodenbelag) auf einer ausnivellierten Unterkonstruktion montiert, schließen die standardisierten Podeste als Einzelmodule flächenbündig mit dem Hallenniveau ab.

Mit einer Schützsteuerung werden die Bühnenpodeste in die gewünschte Höhenpositionen auf Sicht angefahren. Jede Höhe der Podeste ist individuell einzurichten und in Einzel- oder Gruppenfahrt anzufahren. Mittels PC-Steuerung können die Positionen der motorischen Bühnenpodeste dargestellt, programmiert und überwacht werden.

Eine Motorpodestanlage zeichnet sich durch optimale Saalnutzung bei geringstem Personal- und Zeitaufwand aus und ist durch die geringe Einbautiefe der Podeste auch zum nachträglichen Einbau geeignet. Ausgestattet mit Deckplatten und optionalen Bodenbelägen (z. B. Parkett, Linoleum, Fliesen etc.) erfüllt das Podest alle Anforderungen an eine optisch ansprechende funktionale Raumgestaltung.

Statiken

Bauten der Eventarchitektur werden üblicherweise als Fliegende Bauten im Sinne des Baurechtes betrachtet und müssen daher auch den allgemeinen Anforderungen des §3 der Musterbauordnung entsprechen: „Anlagen sind so anzuordnen, zu errichten, zu ändern und in Stand zu halten, dass die öffentliche Sicherheit und Ordnung, insbesondere Leben, Gesundheit und die natürlichen Lebensgrundlagen, nicht gefährdet werden.“ Da das Baurecht in Deutschland der Hoheit der einzelnen Bundesländer unterliegt, findet man die spezifischen Regelungen in den jeweiligen Landesverordnungen für Fliegende Bauten, die aber zum Glück auch in den jeweils anderen Bundesländern anerkannt werden. Nicht genehmigungspflichtige fliegende Bauten sollen bei den weiteren Ausführungen außer Acht gelassen werden.

Handelt es sich um eine Standardbühne, die einmal in Konstruktion und Bauweise so geplant ist und immer gleich aufgebaut werden soll, benötigt man als Betreiber für dieses Bauwerk zunächst eine Ausführungsgenehmigung – ähnlich einer „Allgemeinen Betriebserlaubnis“ eines Fahrzeugs für die grundsätzliche Zulassung im Straßenverkehr. Die Ausführungsgenehmigung – auch oft als Bau- oder Prüfbuch bezeichnet – besteht unter anderem aus technischen Zeichnungen, statischen Berechnungen und Prüfzertifikaten und darf nur von zugelassenen Prüf- und Genehmigungsstellen für eine individuell bestimmte Konstruktion ausgestellt werden. Dabei werden die vorgelegten Statikberechnungen durch eine unabhängige Stelle gegengeprüft. Bei jedem Einsatz ist dann zusätzlich vor Ort eine behördliche Gebrauchsabnahme notwendig, bei der überprüft wird, ob die Festlegungen der Ausführungsgenehmigung bei Errichtung und Betrieb eingehalten wurden.

Musik-Buehne
SWR4-Buehne