Transparenz trifft Innovation: Die Nexnovo-Installation der AVMS auf der Heimtextil

Die Messewelt befindet sich in einem stetigen Wandel. Wo früher reine Produktpräsentationen dominierten, zählen heute Erlebnisse, Emotionen und das Erzeugen von Neugier. Besucher wollen nicht nur sehen, sie wollen entdecken. Genau diesen Ansatz haben wir als AVMS Germany GmbH auf der diesjährigen Heimtextil in Frankfurt verfolgt.

In der Halle 6.1 durften wir eine Sonderschaufläche technisch ausstatten, die nicht nur durch ihre Exponate, sondern vor allem durch ihre Hülle bestach. Statt auf starre Messewände setzten wir auf eine umlaufende Installation aus Nexnovo Transparent-LED-Modulen. Das Ergebnis war eine „Magic Box“, die mit den Sehgewohnheiten der Besucher spielte: Mal blickdichte Werbefläche, mal gläserne Vitrine. In diesem Artikel nehme ich Sie mit hinter die Kulissen dieses Projektes und zeige auf, warum transparente LED-Technik die Architektur von Messeständen revolutioniert.

Die Herausforderung: Aufmerksamkeit in Halle 6.1

Die Heimtextil ist als internationale Leitmesse für Wohn- und Objekttextilien der Ort, an dem Design, Trends und Haptik aufeinandertreffen. Die visuelle Reizüberflutung ist auf solchen Messen enorm. Für Aussteller und Planer stellt sich daher immer die gleiche Frage: Wie schaffen wir es, die Besucher an unserem Stand stoppen zu lassen? Wie erzeugen wir diesen einen Moment der Irritation und Faszination, der nötig ist, um aus einem Passanten einen Interessenten zu machen?

Für die Sonderschaufläche in Halle 6.1 war die Anforderung klar: Es sollte ein Raum im Raum geschaffen werden. Ein Bereich, der exklusive Exponate – darunter hochwertige Stühle, Tische und Design-Teppiche – beherbergt. Doch eine komplett geschlossene „Black Box“ wirkt oft abweisend. Eine offene Fläche hingegen nimmt dem Ganzen die Exklusivität und das Überraschungsmoment.

Die Lösung der AVMS lag in der Technologie: Transparent-LED. Wir entschieden uns, die quadratische Sonderschaufläche komplett mit Nexnovo-Modulen zu umbauen. Diese Entscheidung war der Schlüssel zu einem dynamischen Wechselspiel aus Sichtbarkeit und Versteckspiel, das die Besucher magisch anzog.

Die Technologie: Was macht Nexnovo Transparent-LED so besonders?

Bevor wir tiefer in die Inszenierung auf der Heimtextil eintauchen, lohnt sich ein Blick auf die Technik, die wir dort verbaut haben. Transparente LED-Wände, wie die von Nexnovo, unterscheiden sich grundlegend von klassischen LED-Walls.

Bei einer herkömmlichen LED-Wand haben wir eine schwarze, geschlossene Rückseite, auf der die Pixel sitzen. Sie ist ein massives Hindernis für Licht und Blicke. Nexnovo hingegen arbeitet mit einer Lamellen-Struktur. Die LEDs sitzen auf schmalen Streifen, zwischen denen Freiraum gelassen wird. Je nach Modell erreichen wir so eine Transparenz von bis zu 80 Prozent.

Der technische Clou: Schwarz wird durchsichtig

Das Spannende an dieser Technologie ist die Art und Weise, wie Inhalte dargestellt werden. LEDs emittieren Licht, sie können aber kein „Schwarz“ projizieren. Schwarz bedeutet auf einer LED-Wand einfach: Die Diode ist aus. Bei einer normalen Wand sehen wir dann die schwarze Oberfläche der Module. Bei der Transparent-LED hingegen sehen wir – nichts. Oder besser gesagt: Wir sehen hindurch.

  • Helle Inhalte (Weiß, Farben): Die LEDs leuchten extrem hell. Das menschliche Auge fokussiert auf die Lichtquelle. Die Struktur der Wand im Hintergrund verschwindet optisch, und die Fläche wirkt blickdicht (opak).

  • Dunkle Inhalte (Schwarz): Die LEDs sind aus. Der Blick des Betrachters geht durch die Lamellen hindurch auf das, was dahinterliegt.

Genau diesen physikalischen Effekt haben wir uns auf der Heimtextil zunutze gemacht, um die Exponate im Inneren der Sonderschaufläche zu inszenieren.

Die Inszenierung: Ein Tanz aus Licht und Schatten

Unsere Installation in Halle 6.1 war als quadratisch umlaufende Wand konzipiert. Das bedeutet, der Besucher konnte einmal komplett um die Fläche herumgehen, ohne sofort zu wissen, was sich im Inneren verbirgt.

Die Bespielung der LED-Wand folgte einer präzisen Choreografie, die wir gemeinsam mit den Content-Erstellern abgestimmt haben.

Phase 1: Der digitale Vorhang (Visuals)

Im ersten Modus wurde die LED-Wand aktiv mit Content bespielt. Hier kamen abstrakte Visuals, atmosphärische Texturen und kleine Bildausschnitte zum Einsatz, die thematisch zur Heimtextil passten. Durch die hohe Helligkeit der Nexnovo-Module wirkte die Wand in diesem Moment wie eine geschlossene Videofläche. Der Besucher sah Grafiken, Farben und Bewegungen. Der Einblick in das Innere wurde verwehrt. Dies erzeugte eine natürliche Barriere, aber auch eine enorme Neugier. Was verbirgt sich hinter dieser leuchtenden Fassade? Die Visuals dienten als „Appetizer“, ohne das Hauptgericht zu verraten.

Phase 2: Der „Reveal“ (Transparenz)

Dann folgte der magische Moment. Die Videobespielung wurde unterbrochen oder gezielt auf schwarze Inhalte reduziert. Schlagartig wurde die LED-Wand durchsichtig. Wie durch einen sich öffnenden Vorhang wurde der Blick auf die eigentlichen Stars der Fläche frei: Die kuratierten Möbelstücke, die feinen Stoffe der Teppiche, die Anordnung von Tischen und Stühlen. Dieser Effekt ist psychologisch unglaublich stark. Da das menschliche Gehirn Bewegung und Licht priorisiert, ist der plötzliche Wechsel zur Transparenz und der Blick auf physische Objekte ein „Aha-Erlebnis“. Die Besucher blieben stehen, warteten auf den nächsten Wechsel und näherten sich der Fläche, um die Details im Inneren zu betrachten.